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Die wichtigsten Mythen und Vorurteile über Kryptowährungen und was wirklich stimmt


Kryptowährungen werden doch vor allem von Kriminellen und zur Steuerhinterziehung genutzt, oder? Und gibt es überhaupt Anwendungsfälle dafür? Solche Fragen stellen sich viele. Das Analysehaus Chainanalysis hat sich einige Mythen angeschaut. Sechs Mythen und ihren Wahrheitsgehalt stellen wir im Artikel vor.

Gerade bei der jungen Anlageklasse der Kryptowährungen gibt es wahnsinnig viele Missverständnisse und Vorurteile.

Oft wird beispielsweise der hohe Energieverbrauch des Bitcoin-Minings als Kritikpunkt aufgeführt. Aber kaum jemand macht sich Gedanken um den tatsächlichen Stromverbrauch der aktuell verwendeten weltweiten Geld- und Zahlungssysteme von Banken und anderen Dienstleistern.

Das Kryptoinvestmenthaus Deutsche Digital Assets (DDA) schätzt in seinem aktuellen Bericht, dass „der absolute Energieverbrauch von Bitcoin tatsächlich niedriger ist als der traditioneller Geld- und Zahlungssysteme, die er ersetzen soll“.

Bitcoin-Mining verbraucht weniger Energie als Schürfen von Gold

VIDEO: #kurzerklärt: Wie funktionieren Kryptowährungen?
tagesschau

Auch der Abbau von Gold verbrauche laut den DDA-Expert:innen mehr Energie als das Schürfen von Bitcoin. Außerdem setzen viele Bitcoin-Miner den Expert:innen zufolge auf einen nachhaltigen Energiemix. Sie verwenden unter anderem Abwärme wieder und nutzen abgelassenes Gas beim Mining sowie Überkapazitäten beim Strom.

Das Kryptoanalysehaus Chainanalysis hat sich in einem Report im Juli 2023 weitere 33 Mythen zur gesamten Kryptobranche genauer angeschaut und auf deren Wahrheitsgehalt hin untersucht.

Wir haben uns die sechs spannendsten Mythen herausgesucht.

Mythos 1: Kryptowährungen werden nur von Kriminellen benutzt, oder?

VIDEO: Die Dunkle Wahrheit, über die Niemand spricht! Fast ALLE Kryptowährungen zum Scheitern verurteilt?!
RobynHD

Das ist definitiv falsch.

In den Anfängen der Kryptowährung Bitcoin war noch ein viel höherer Anteil des Transaktionsvolumens mit Kriminalität verbunden, sagen die Expert:innen von Chainanalysis in ihrem Report. Ein Beispiel dafür ist „Silk Road“, der erste moderne Darknet-Markt. Dieser hat auf seinem Höhepunkt laut Chainanalysis fast 20 Prozent der täglichen Bitcoin-Wirtschaftsaktivität ausgemacht, bevor er im Jahr 2013 von den Strafverfolgungsbehörden geschlossen wurde.

In den vergangenen zehn Jahren haben der verstärkte Druck der Strafverfolgungsbehörden und die weltweit zunehmende Regulierung von Kryptowährungen die Krypto-Kriminalität aus Sicht der Expert:innen deutlich reduziert.

Das Analysehaus Chainanalysis schätzt, dass illegale Transaktionen weniger als 1 Prozent des gesamten Krypto-Transaktionsvolumens im Jahr 2022 ausmachen.

Dazu passen auch die Zahlen in der folgenden Grafik:

Abgesehen von dem Jahr 2019 mit einem höheren Anteil an Betrugsaktivitäten, stammen laut Angaben von Chainanalysis deutlich weniger als 1 Prozent der Kryptobeträge, die seit 2018 an Mainstream-Börsen gehandelt werden, von illegalen Adressen.

Mythos 2: Alle Kryptowährungen sind Bitcoin?

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Nein. Bitcoin war zwar die erste offizielle Kryptowährung und ist weiterhin mit großem Abstand die größte nach Marktkapitalisierung vor Ethereum. Gemeinsam machen beide knapp zwei Drittel des gesamten Gesamtmarktes für Krypto-Assets aus.

Das restliche Drittel teilen sich laut Angaben von Coin Market Cap insgesamt knapp 26.300 Kryptowährungen auf Hunderten von Blockchains, die an knapp 640 Börsen gehandelt werden. Die Marktkapitalisierung aller Kryptowährungen lag Mitte Juli bei knapp 1,2 Billionen US-Dollar.

Mythos 3: Sind Kryptowährungen anonym und nicht zurückverfolgbar?

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kryptoszene

Der Bitcoin und andere Kryptowährungen waren von seinen Erfinder:innen nie dazu gedacht, unauffindbar zu sein und sie waren es auch nie.

Kryptowährungstransaktionen waren schon immer an eine statische, öffentlich sichtbare Adresse gebunden und nicht anonym.

Die Ausweitung der KYC-Verpflichtungen auf Kryptowährungsgeschäfte hat außerdem sichergestellt, dass auch andere Transaktionen, wie der Umtausch von Fiat-Währung in Kryptowährung, nicht anonym sind.

Weit davon entfernt, anonym zu sein, würde die Blockchain aus Sicht der Chainanalysis-Expert:innen das transparenteste, demokratischste Finanzsystem schaffen, da alle Transaktionen in einem öffentlichen Buch aufgezeichnet werden.

Mythos 4: Kryptowährungen haben doch keine realen Anwendungsfälle?

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Kryptowährung News

Das stimmte vielleicht vor ein paar Jahren, ist mittlerweile aber definitiv falsch.

Kryptowährungen werden insbesondere in Schwellenländern gerne genutzt:

  • Einer dieser Anwendungsfälle sind Geldüberweisungen. In einem Bericht im vergangenen Jahr hat Chainanalysis festgestellt, dass internationale Zahlungen für Privatpersonen und Kleinunternehmer:innen zunehmend in Kryptowährungen abgewickelt werden, da sie schneller und von den Kosten her günstiger sind.
  • Im Jahr nach dem Ausbruch des russisch-ukrainischen Krieges spendeten Personen Kryptowährungen im Wert von knapp 56 Millionen US-Dollar für die Ukraine. Im Februar 2023 kamen Krypto-Spenden für die Opfer des Erdbebens in der Türkei und Syrien in Höhe von 6 Millionen US-Dollar zustande.
  • Außerdem nutzen Entwicklungsländer Kryptowährungen in Zeiten finanzieller Instabilität als alternativen Wertaufbewahrung. Chainanalysis schätzt, dass Personen in Venezuela im Jahr 2022 Kryptowährungen im Wert von knapp 37,4 Milliarden US-Dollar erhalten haben.

Auch im Einzelhandel wächst den Chainanalysis-Expert:innen zufolge die Akzeptanz für Kryptowährungen. Laut einer Umfrage unter Händler:innen mit einem jährlichen Online-Umsatz von mindestens 250 Millionen Us-Dollar, akzeptieren 46 Prozent der Händler:innen Kryptowährungen als Zahlungsmittel.

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Wenn man bedenkt, dass eine Blockchain eine permanente, sichere und rückverfolgbare Datenbank ist, gibt es unzählige mögliche Geschäftsanwendungen.

Blockchains können beispielsweise in den folgenden Prozessen und Branchen zum Einsatz kommen:

  • Datenmanagement
  • Logistik
  • Gesundheitswesen
  • Medien
  • Aktienhandel
  • Wirtschaftsprüfung
  • Internet der Dinge (IoT)

Als aktuelles Beispiel nennen die Chainanalysis-Expert:innen in ihrem Bericht die Sustainable Shrimp Partnership (SSP) Food Trust von IBM, eine Blockchain-Lösung für die Lieferkette. Sie sorgt laut den Expert:innen für eine nachhaltige Produktion von Shrimps. SSP kann auf diese Weise Informationen über die Herkunft der Produkte mit Einzelhändler:innen und Kund:innen teilen.

Mythos 5: Kryptowährungen ermöglichen Steuerhinterziehung.

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Es gibt per se keine Steuerbefreiung für Transaktionen mit virtuellen Währungen. In den USA zum Beispiel behandelt die Steuerbehörde IRS digitale Vermögenswerte als Eigentum für Einkommenssteuerzwecke. Dazu zählen beispielsweise konvertierbare virtuelle Währungen und Kryptowährungen, Stablecoins und Non-Fungible-Token (NFTs).

Anleger:innen müssen auch in Deutschland Gewinne aus Kryptotransaktionen in ihrer Steuererklärung angeben. Da die Blockchains transparent und unveränderlich sind, ist es schwierig, Transaktionsaktivitäten zu verbergen, die Steuerereignisse auslösen.

Mythos 6: Blockchains lassen sich nicht skalieren.

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Bei vielen Blockchains gibt es Probleme mit der Skalierbarkeit. Diese treten vor allem dann auf, wenn sie stärker genutzt werden. Dadurch steigen auch deren Transaktionsgebühren.

Blockchains wie Bitcoin können zum Beispiel nur fünf bis sieben Transaktionen pro Sekunde verarbeiten - viel weniger als bei gängigen Kreditkartenanbietern wie Visa mit aktuell um die 24.000 Transaktionen pro Sekunde.

Im Fall von Bitcoin haben die Entwickler das Lightning-Netzwerk entwickelt, das es den Nutzern ermöglicht, Bitcoin in Zahlungskanäle einzuschließen, die viele kleine Transaktionen separat durchführen und diese dann später in einer gesammelten Transaktion auf der ursprünglichen Blockchain abrechnen.

Auch die Entwickler:innen von Ethereum arbeiten gerade mit zahlreichen Updates daran, die Transaktionen auf der Ethereum-Blockchain zu beschleunigen und deren Transaktionsgebühren zu senken.

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Author: John Andrews

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Name: John Andrews

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Job: Article Writer

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