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Welche Rolle der Islam bei Saudi-Arabien und der Transfer-Welle spielt


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Stand:

Immer mehr Fußball-Stars entscheiden sich für einen Wechsel nach Saudi-Arabien. Das große Geld ist dabei oftmals nicht der einzige Grund.

Riad – Die Liste wird immer länger. Erst Cristiano Ronaldo, dann Karim Benzema, N‘Golo Kanté, Kalidou Koulibaly – jüngst auch noch Jordan Henderson, Fabinho, Riyad Mahrez. Und jetzt wahrscheinlich auch noch Sadio Mané. Selten wurde aus einem Fußball-Niemandsland so schnell eine erstaunlich prominent besetzte Liga wie es aktuell in Saudi-Arabien der Fall ist.

Saudi Professional League
Gründung:1975
Teams:16
Aktueller Meister:Ittihad FC

Saudi-Arabien verpflichtet Fußball-Stars aus Europa – große Gehälter locken

VIDEO: ARTE Doku Saudi Arabien 2019 DOku Deutsch HD
Der Infoguru

Beinahe täglich gibt es neue Meldungen, dass ein Star aus dem europäischen Spitzenfußball den Weg in die Wüste antritt. Natürlich ist ein großer Aspekt dabei das Geld. Die Spieler werden zwar auch in England, Italien, Spanien, Frankreich und Deutschland fürstlich entlohnt. In Saudi-Arabien können sie aber nochmal das Vielfache ihres bisherigen Salärs einstreichen. Steigerungen von 200, 300 oder 400 Prozent sind keine Seltenheit. Und nach oben gibt es keine Grenzen, wie der Fall Kylian Mbappé beweist.

Koulibaly hat bereits öffentlich zugegeben, dass das Geld eine Hauptrolle in seiner Wechsel-Entscheidung spielte. Der ehemalige Chelsea-Verteidiger, inzwischen für Al-Hilal aktiv, sagte: „Ich kann es nicht leugnen. Ich werde meiner ganzen Familie, von meinen Eltern bis zu meinen Cousins, zu einem guten Leben verhelfen und die Aktivitäten meines Vereins ‚Capitaine du Coeur‘ im Senegal unterstützen können. Wir haben mit dem Bau einer Klinik im Dorf meiner Eltern begonnen. Ich habe viele Projekte, um jungen Menschen zu helfen.“ Der Abwehrspieler soll bei seinem neuen Arbeitgeber ein Gehalt von rund 30 Millionen Euro kassieren.

Koulibaly und Benzema nennen auch die Religion als Grund für ihren Wechsel

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Teleguen - - -

Aber: Der Senegalese nannte noch einen weiteren Aspekt, der ihn an Saudi-Arabien reizte. Und dieser scheint bei europäischen Fans und Entscheidungsträgern immer wieder außen vor gelassen zu werden, wenn es um einen Wechsel in die Wüste geht: die Religion.

Koulibaly erklärte im Rahmen seines Transfers: „Ich bin Muslim, ich komme in ein ideales Land für mich und meine Familie.“ Benzema sieht es ähnlich: „Nun, ich bin ein Muslim und dies ist ein muslimisches Land. Ich wollte immer hier leben.“

Karim Benzema (M.) und Riyad Mahrez (r.) sind bereits nach Saudi-Arabien gewechselt. Folgt Sadio Mané (l.) in Kürze?

Karim Benzema (M.) und Riyad Mahrez (r.) sind bereits nach Saudi-Arabien gewechselt. Folgt Sadio Mané (l.) in Kürze? © Lackovic / ANP / ABACAPRESS / Imago

Saudi-Arabien und die Transfer-Welle: Ein entscheidender Wechsel-Grund wird immer wieder vergessen

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In Saudi-Arabien leben über 35 Millionen Menschen, zirka 90 Prozent von ihnen sind Muslime. Bei den vielen Wechseln in diesem Sommer fällt auf: Ein Großteil der Spieler, die sich für die arabische Halbinsel entscheiden, gehören dem Islam an. Natürlich spielt das viele Geld, das sich in der Pro League verdienen lässt, eine gewaltige Rolle.

Die Religion ist aber für viele Stars ein weiterer Grund, den in Europa so unpopulären Schritt zu gehen. Eine Komponente, die in den Diskussionen immer wieder vergessen wird. Oftmals ist nur von einer gewissen Geld-Gier die Rede – die in manchen Fällen wohl auch durchaus ihre Berechtigung hat. Bei Benzema, Koulibaly und beispielsweise Edouard Mendy, N‘Golo Kante oder Riyad Mahrez spielt aber eben auch der Glaube eine bedeutsame Rolle.

Sadio Mané: Abschied vom FC Bayern München und Wechsel nach Saudi-Arabien?

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Glaubensquelle

Sadio Mané könnte in Kürze einen ähnlichen Weg einschlagen. Der Senegalese vom FC Bayern München ist gläubiger Muslim, unterstützt in seiner Heimat viele gemeinnützige Projekte. Gut möglich, dass er in Saudi-Arabien schon bald eine neue sportliche Heimat findet und dann wieder an sein Leistungsvermögen anknüpfen kann. An der Isar ist ihm das nie so wirklich gelungen. Aktuell befindet sich Mané in Verhandlungen mit Ronaldo-Klub Al-Nassr. (akl)

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Author: Michael Kelley

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